Acht Tipps für den ersten Dreh

By: Catharina

Dein erster Dreh als Videojournalist steht bevor? Wir haben acht wertvolle Tipps für dich!
Egal, um welches Projekt es sich handelt, eins wissen wir: du bist wahrscheinlich super aufgeregt. Das ist normal. Lass´dir gesagt sein: Bei jedem Dreh kann etwas schiefgehen. Damit es aber nicht an grundlegenden Dingen scheitert, haben wir einen kleinen Guide für den ersten Dreh für dich erstellt.

 

1. Bereite dich inhaltlich gut vor

Bevor es überhaupt ins Feld geht, gilt es eine Menge Vorbereitungen inhaltlicher Natur zu treffen. Je nachdem, was für einen Film du realisieren wirst, kann die Vorbereitungsphase für den Dreh variieren. Nimm dir Zeit, um gut vorbereitet zu sein und strukturiere deine Drehs. Hilfreich dafür sind Drehbücher oder Treatments, in denen du deine Dramaturgie ausarbeitest sowie dir Gedanken zu der Bild- und Tongestaltung deines Filmes machst.

 

2. Lerne deine Protagonisten vorher kennen

Diese Regel gilt vor allen Dingen, wenn du längere Formate anpeilst. Du wirst diese Menschen dann über mehrere Tage hinweg begleiten und dabei lassen sie dich in ihr Leben. Vorgespräche sind dafür das A und O – Weil sich beide Seiten kennenlernen und miteinander warm werden können und weil du als Autor auch weitere Hintergründe und Alltagsabläufe miterlebst, mit denen du die Dramaturgie viel eingehender planen kannst. Castingdrehs eignen sich hervorragend dazu, um dem Protagonisten schon vorab das “Drehgefühl” zu geben.

 

3. Kontrolliere die Kameraeinstellungen (Setup)

Mache dir bewusst, mit welcher Kamera du drehen wirst und für welches Medium dein Film produziert wird. Entscheide danach, wie du die Kameraeinstellungen an deiner Kamera wählst. Hier ist auch wichtig, den Auftraggeber zu fragen, ob es besondere technische Anforderungen gibt, die du einzuhalten hast, wenn du filmst. Du kennst dich mit den Kameraeinstellungen noch nicht so gut aus? – Bloß nicht hektisch werden, unser Artikel hilft: Kamerasetup: Welche Kameraeinstellungen zum Filmen mit der DSLR/DSLM?

 

4. Mach´ Techniktests

Nicht nur beim ersten Dreh, nein, bei jedem Dreh machen wir vorab Techniktests. Dafür solltet ihr genügend Zeit einplanen. Manchmal passieren Dinge, die man einfach nicht nachvollziehen kann und dann sitzt man auch mal länger an der Lösungsfindung. Mache dich Zuhause drehbereit und probe einmal alles durch. Wenn du unsicher bist, was das Bild angeht, schaffe ein ungefähres Setting, wie es auch beim Dreh sein wird und probe dann noch ein paar Einstellungen mit den richtigen Lichtverhältnissen. Sieh dir danach das Material auf deinem Rechner an und checke auch hier noch einmal Ton und Bild (spätestens hier siehst du, wenn Dreck auf der Linse war oder der Ton unsauber ist). Wenn du damit fertig bist, lade alle Akkus auf und verstaue das Equipment vorsichtig in den dafür vorgesehenen Kamerataschen und Tonkoffern.

 

5. Packe deine Drehtasche selbst

Wer kennt es nicht, das berühmte Gefühl etwas vergessen zu haben. Damit dich das nicht verrückt macht, schreibe Listen, auf denen steht welche Requisiten du brauchst, was du beim Dreh immer dabei haben musst und was kleine Helfer sind, die dir eventuell sogar Ärger ersparen. Wenn du deine Liste fertig hast, dann packe deine Drehtasche am besten selbst. Was wir immer gerne dabei haben:

  • Bildrechtsverzichte
  • Weißes Blatt Papier für den manuellen Weißabgleich
  • Gaffa oder auch „Panzertape“ genannt
  • Kleingeld – für Parkautomaten und 20-Cent, um die Stativplatte festzuschrauben
  • Stift und Notizbuch
  • Visitenkarten
  • Speicherkarten (hier beachten, ob sie für die Aufnahmeformate geeignet sind)
  • Ersatzakkus
  • Batterien
  • Lunchbox und Wasser!

 

6. Sei freundlich und wertschätzend

Egal, wen du begleiten wirst für deinen ersten VJ-Film, sei dir bewusst, dass diese Leute für dich einen Teil ihrer Zeit opfern. Denn sie bekommen, außer du arbeitest mit Schauspielern zusammen und produzierst Reenactment-Szenen, für keine Minute, die sie für dich da sind, Geld. Dementsprechend behandle deine Protagonisten wie du selbst auch behandelt werden willst. Bedanke dich, bitte sie freundlich darum etwas zu wiederholen, falls ein O-Ton kürzer und knapper sein muss, erkläre ihnen, warum etwas wie passiert. Denn die Menschen, die wir während unserer Arbeit treffen, kommen weder aus unserer Branche und können sich unter so einem Dreh meistens nicht viel vorstellen, noch wissen sie über alles so gut bescheid, wie wir.

 

7. Kommunikation mit dem Protagonisten

Du sollst beispielsweise für einen Auftraggeber Vox-Pops zu einem bestimmten Thema mehrere Expertenstimmen einholen, dabei soll jedes Statement kurz und knackig sein, aber alle Informationen enthalten. Scheue dich nicht, diese Takes einige Male zu wiederholen. Ich mache das dann wie folgt: Zuerst begrüße ich den Menschen, stelle eine Einstiegsfrage. Gut ist hierbei: „Sind Sie denn schon Profi vor der Kamera?“ Die meisten werden „Nein“ antworten, es geht aber auch nicht darum Profi zu sein. Denn ich sage demjenigen dann, dass es gar nicht so schwierig ist und wir das gemeinsam wunderbar hinbekommen werden. Dann erkläre ich dem Protagonisten, worum es geht und welche Position er in dem Film hat (ich gebe dabei nicht seine Meinung vor, sondern erkläre ihm, dass er ca. drei Mal vorkommen wird zu diesem und jenem Thema). Ich sage dem Menschen, dass ich dafür etwa 10-20 Sekunden pro Statement maximal Zeit habe (das variiert natürlich). Wenn ich ihn also darum bitten sollte, eine Frage zu wiederholen, dann nicht, weil er etwas falsch gemacht hat, sondern weil es noch etwas knapper daherkommen muss. Viele Protagonisten und „Neulinge im ON“ verstehen diese Situation dann nicht als Fehler ihrerseits und bleiben in ihrem Auftreten sicherer und kompetenter.

 

8. Bleib ruhig

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, gibt es eigentlich keinen Dreh, bei dem alles glatt läuft. Oft müssen wir spontan umplanen, weil sich, trotz Recherche und Vorbereitung, etwas anders ergibt als gedacht. Wenn dies der Fall ist, bleibe ruhig und nimm dir eine kurze Pause. In der überlegst du dir, wie du das anders lösen kannst oder ob es weitere Alternativen gibt – und die gibt es für gewöhnlich immer.

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