Künstlersozialkasse für Videojournalisten

By: Catharina

Acht häufig gestellte Fragen und acht kurze und verständliche Antworten, in denen wir dir die Künstlersozialkasse erklären. Wer als Künstler oder Publizist den Weg der Freiberuflichkeit wählt, stößt schnell auf die Künstlersozialkasse, wenn es um die Sozialversicherung geht. Oft ist die Verwirrung am Anfang groß und der Berg an zu klärenden Angelegenheiten noch größer. Deswegen haben wir für den Erstkontakt mit diesem Thema mal eine Übersicht erstellt.

 

Was ist die Künstlersozialkasse?

 

Die Künstlersozialkasse verwaltet die Künstlersozialversicherung. Selbständige Künstler und Publizisten können dadurch einen ähnlichen Schutz der gesetzlichen Sozialversicherung genießen wie Arbeitnehmer. Das bedeutet, dass jeder, der über die Künstlersozialkasse abgerechnet wird, nur rund die Hälfte seiner Beträge zur Renten-, Pflege- und Krankenversicherung zahlen muss. Der Rest wird von der Künstlersozialkasse getragen. Die Künstlersozialkasse selbst ist kein Leistungsträger, sie ist dementsprechend keine eigene Krankenkasse, sie stockt die Beiträge als nur auf und leitet dann die vollen Beitragssätze an die Trägerschaften weiter. Jeder bleibt also bei seiner gesetzlichen Krankenkasse versichert und bezieht auch deren Leistungen, rechnet aber mit der Künstlersozialkasse ab.

 

Was sind die Voraussetzungen für die Versicherungspflicht?

 

In Paragraf eins des Künstlersozialversicherungsgesetzes steht:

Selbständige Künstler und Publizisten werden in der allgemeinen Rentenversicherung, in der gesetzlichen Krankenversicherung und in der sozialen Pflegeversicherung versichert, wenn sie

  1. die künstlerische oder publizistische Tätigkeit erwerbsmäßig und nicht nur vorübergehend ausüben und
  2. im Zusammenhang mit der künstlerischen oder publizistischen Tätigkeit nicht mehr als einen Arbeitnehmer beschäftigen, es sei denn, die Beschäftigung erfolgt zur Berufsausbildung oder ist geringfügig im Sinne des § 8 des Vierten Buches Sozialgesetzbuch.

 

Wie werde ich da Mitglied?

 

Online kann sich jeder Freiberufler unter: www.kuenstlersozialkasse.de die Anmeldeunterlagen runterladen. Die ausgefüllten Unterlagen werden anschließend von den Sachbearbeitern geprüft. Danach wird beschlossen, ob man zum versicherungspflichtigen Personenkreis gehört. Das klingt jetzt nach Pflicht, ist aber vollkommen freiwillig. Die Prüfung bedarf etwas Zeit und erfahrungsgemäß werden auch oft Dokumente nachgefordert für die Prüfung. Dann dauert es noch länger. Deswegen können wir nur empfehlen:

  • so viele Arbeitsproben wie möglich mitschicken
  • zudem noch mehrere Rechnungen einreichen, die die Freiberuflichkeit bestätigen

Das verkürzt die Bearbeitungszeit eventuell etwas.

 

Was kostet die Versicherung bei der Künstlersozialversicherung?

 

Die Kosten setzen sich aus mehreren Faktoren zusammen: Aus dem jeweiligen Einkommen, den aktuellen Beitragssätzen der Kassen und anderen Faktoren wie z.B. Kindern. Aktuelle Werte inklusive Berechnungsbeispiel für 2017 findest du hier. Wenn du dich anmeldest, dann musst du dein etwaiges Jahreseinkommen schätzen. Es geht dabei nicht darum, was du in den kommenden Monaten verdienen wirst, sondern was du zum Schluss im ganzen Jahr verdient haben wirst. Also bedenke, dass wenn du dich jetzt zum April anmelden willst, bereits drei Monate vergangen sind, in denen du eventuell keine Einnahmen aus der freiberuflichen Tätigkeit hattest und rechne diese mit ein. Außerdem bedenke deine Betriebsausgaben, die du monatlich zu leisten hast. Ein Fehler, den viele zu Beginn machen, ist, dass sie sich viel zu hoch einstufen lassen, da sie diese Faktoren (Umlage des Einkommens auf zwölf Monate und Betriebsausgaben) nicht berücksichtigen.

 

Wie ist das, wenn ich bereits freiwillig versichert bin?

 

Bevor ich in die Künstlersozialkasse aufgenommen wurde, war ich bereits freiwillig gesetzlich versichert. In der Übergangszeit, bis zum Feststellungsbescheid von der Künstlersozialkasse, kam es dazu, dass ich doppelt Beiträge gezahlt habe – direkt an meine Krankenkasse und an die Künstlersozialkasse. Danach habe ich meine Krankenkasse darüber informiert, dass ich seit einem bestimmten Datum über die Künstlersozialversicherung abgerechnet werde. Den doppelt gezahlten Versicherungsbeitrag habe ich von meiner Krankenkasse erstattet bekommen. Seitdem läuft meine Beitragszahlung an meine Krankenkasse über die Künstlersozialkasse.

 

Was ist, wenn ich noch eine Anstellung habe?

 

Du kannst nicht doppelt Sozialversicherungsabgaben leisten. Wenn du neben der Freiberuflichkeit in einem Betrieb angestellt bist, wird geprüft, welche deine hauptberufliche Erwerbsquelle ist. Das wird nach Einkommen und Vergütung bemessen.

 

 Darf ich nebenbei eine geringfügige Beschäftigung ausüben?

 

Ja, das darfst du. Dabei darf die geringfügige Beschäftigung die Bruttosumme von 450 Euro im Monat allerdings nicht überschreiten. Wenn du also in die Künstlersozialkasse als hauptberuflich Selbständiger aufgenommen wurdest, darfst du einen nicht-künstlerischen geringfügigen Neben- oder Aushilfsjob annehmen.

 

 Gibt es Besonderheiten für Berufseinsteiger?

 

Ja, die gibt es. Bei der Künstlersozialversicherung gibt es eine Mindesteinkommensgrenze von 3.900 Euro jährlich. Dies ist eine gesetzlich festgelegte Grenze und wer weniger verdient, ist versicherungsfrei. Bei Berufsanfängern greift diese Regelung nicht. Sie haben drei Jahre lang einen besonderen Schutz seit erstmaliger Aufnahme der selbständigen künstlerischen Tätigkeit. Damit sind sie drei Jahre lang trotzdem sozialversichert, auch wenn sie unter der Mindesteinkommensgrenze liegen. Sie zahlen dann den aktuellen Mindestbeitrag.

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