Kamera Setup I

Kamerasetup I: Filmen mit der DSLR oder DSLM

By: Christina

Auflösung, Framerate sowie progressiv oder interlaced – das sind wichtige Einstellungen im Kameramenü. Was sie im einzelnen bedeuten und was für euch die richtige Kameraeinstellung ist, das erfahrt ihr in diesem Beitrag Kamerasetup I – Kameraeinstellungen im Menü zum Filmen mit der DSLR/DSLM.

 

Wie viele Pixel? Welche Auflösung soll ich nehmen?

Zu den Grundeinstellungen der Kamera gehört die Auflösung. Sie bestimmt aus wie vielen Pixeln das Bild bestehen soll. Die Pixelanzahl ergibt sich aus der Höhe und der Breite des Bildes. Je größer die Pixelanzahl, umso höher ist die Auflösung der Aufnahmen. Ihr stellt sie im Kameramenü ein. Typische Größen bei einem Seitenverhältnis von 16:9 sind 1920 x 1080 (= Full HD) oder 1280 x 720 (= HD oder auch „HD-ready“). Vereinfacht wird oftmals nur die Bildhöhe, also 1080 bzw. 720 genannt. Einige Kameras wie Cathis GHX4 können auch 4k aufzeichnen. Hier haben wir eine Pixelanzahl von 4096 x 2304 Pixeln. Je höher die Auflösung ist, umso größer werden natürlich auch die Daten, die es später im Schnittprogramm zu händeln gilt.

Bei den meisten Aufnahmen macht Ihr mit 1080p (zum p komme ich gleich) nichts falsch. Full HD ist aktuell der Standard. Mit den sich daraus ergebenden Datenmengen kann man mit derzeit erhältlichen Speicherkarten- und Festplattengrößen gut arbeiten.

 

P oder I? – Progressiv vs. interlaced?

Wer im Kameramenü die Auflösung einstellt, wählt neben der Pixelanzahl auch zwischen den beiden Buchstaben „p“ und „i“. Die stehen meistens direkt hinter der Auflösung, also 1080p bzw. 1080i. p steht dabei für „progressive“ und i für „interlaced“. Diese Unterscheidung resultiert aus den Ursprüngen und der Entwicklung der Bildübertragung. Im interlaced-Verfahren werden gerade und ungerade Bildzeilen unabhängig von einander übertragen. Wer genau hinschaut, kann hier manchmal bei Bewegungen unsaubere Konturen erkennen (der sogenannte „Kammeffekt“). Wird progressiv aufgezeichnet, werden die Bilder als Ganzes übertragen.

Im Onlinebereich ist progressiv schon lange Standard. TV-Sender arbeiten zu einem großen Teil noch im Interlaced-Verfahren. Wenn wir also im Auftrag eines Sender filmen, wählen wir i, sonst die p-Auflösung.

Kameraeinstellungen _ Menü_870

Was ist mit der Framerate? 24p, 25p oder 50p?

Neben der Auflösung gibt es noch die Framerate (fps). Sie bestimmt, wie viele Bilder pro Sekunde aufgenommen werden. Übliche Werte sind 24, 25, 30, 50 und 60. 24 fps werden für Kinofilme verwendet. Das amerikanische NTSC verwendet 30 oder 60 fps. In Deutschland gilt die PAL-Norm mit typischen Raten von 25 oder 50 fps. Während für das Fernsehen 50i Standard sind, verwenden wir sonst für alle Filme eine Bildrate von 25 fps.

Höhere Frameraten wie 50 oder 60 Bilder pro Sekunde ermöglichen Zeitlupen. Werden zum Beispiel 50 Bilder pro Sekunde gefilmt und hinterher mit 25 Bildern pro Sekunde abgespielt, ergibt sich eine flüssige Zeitlupe. Cathis GH4 schafft bis zu 96 fps, wodurch sich eine flüssige Slow-Motion-Aufnahme mit etwa 25% Verlangsamung ergeben kann. Natürlich können mit Effekten aller gängigen Schnittprogrammen auch Zeitluppen aus 25 fps-Material erstellt werden, aber Zeitlupen mit höheren Frameraten wirken weicher.

 

Weitere Kameraeinstellungen: Histrogramm, Peaking, Timecode und Co

Im Kameramenü findet ihr noch weitere Kameraeinstellungen, die hilfreich sein können. Zum Beispiel lassen sich je nach Kameramodell Gitterlinien oder ein Histogramm zur Kontrolle von Bildaufbau und Belichtung einblenden, ein Timecode anzeigen oder die sogenannte Peaking Funktion aktivieren. Letztere hilft beim Fokussieren, indem sie die scharfen Bereiche einfärbt. Bei Canon kann diese mit vielen weiteren Optionen zum Filmen durch die kostenlos verfügbare Software Magic Lantern nachgerüstet werden. Die Software arbeitet von der Speicherkarte aus.

 

Ihr habt das richtige Menüsetup für euren Dreh gefunden, wisst aber noch nicht wie das funktioniert mit der Blende, Belichtungszeit und welchen ISO-Wert ihr einstellen müsst. Dann lest dazu den Artikel Kamerasetup II: Einstellungen an der Kamera zum Filmen mit der DSLR/DSLM.

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