Audiomischer Saranomic SR-AX104

Mobile Audiorekorder vs. Audio-Adapter / Mischer

By: Christina

Ob Audiorekorder oder mobiler Mischer, wer mit der DSLM oder DSLR professionell filmt, braucht externen Ton. Ich habe die verschiedenen Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Optionen für euch zusammengestellt.

 

Mobile Audiorekorder

Ein mobiler Rekorder zeichnet den Ton unabhängig von der Kamera auf. Das Ergebnis ist ein qualitativ hochwertiges Audioformat, das nicht unnötig komprimiert wird, weil es nicht in die Kamera eingespeist wird. Mobile Audiorekorder haben meistens einen Kopfhörerausgang, was vor allem für diejenigen interessant ist, die an ihrer DSLR oder DSLM selbst keinen Kopfhörerausgang haben. Zudem können je nach Rekorder auch professionelle Richtmikrofone über Phantomspeisung genutzt werden.

Nachteile: Da die Tondaten unabhängig von den Bilddaten aufgenommen werden, müssen beide Spuren hinterher im Schnitt synchronisiert werden. Gerade bei vielen Clips kann das ziemlich zeitaufwendig werden. Einige Audiorekorder ermöglichen die synchrone Einspeisung des Tons in die Kamera über den Line-Ausgang. Dadurch wird allerdings der Vorteil des besseren Audioformates nivelliert. Ein zweiter Nachteil ist, dass die Tonaufnahme nicht automatisch mit der Kameraaufnahme startet. Wenn man aufnehmen möchte, muss man nicht nur an der Kamera, sondern auch am Rekorder auf REC drücken. Gerade wenn es hektischer zugeht, kann man das schnell vergessen und ärgert sich möglicherweise hinterher, dass das schönste Interview leider ohne Ton ist.

Von mobilen Audiorekordern gibt es unterschiedliche Typen. Einige, wie das *Tascam DR-70D (ca. 300 Euro), lassen sich unter die Kamera schrauben, andere entsprechen eher einem Diktiergerät, wie beispielsweise das *Tascam DR-100 (ca. 280 Euro). Während die unterbaufähigen Rekorder leichter unter der Kamera integrierbar sind, sind die kleinen Rekorder deutlich leichter. Hier muss allerdings für die Befestigung eine Lösung gefunden werden. Einige Videojournalisten kaufen sich dafür eine *erweiternde Schiene für den Blitzschuh und bringen so gleichzeitig Rekorder und Mikrofon unter. Die größeren Rekorder profitieren von Drehreglern zur Lautstärkeregulierung gegenüber Knöpfen, mehr XLR-Eingängen sowie übersichtlichen Pegelanzeigen auf dem Display.

  

 

Mobile Mischer bzw. Audio-Adapter

Mobile Mischer bieten dem DSLR oder DSLM-Filmer die Option mehrere externe Tonspuren über mehrere Toneingänge anzunehmen, über Lautstärkeregler abzumischen und in die Kamera einzuspeisen. Bild und Ton müssen dann nicht mehr synchronisiert werden. Dadurch, dass die Einspeisung in die Kamera aber über Miniklinke erfolgt und das Tonformat durch die Kamera komprimiert wird, ist die Tonqualität verhältnismäßig geringer als bei mobilen Rekordern, die den Ton selbst aufzeichnen.

Es gibt inzwischen sehr viele verschiedene Audio-Adapter. Kleinere wie das *Beachtek MCC-2 (ca. 110 Euro) oder das *Beachtek DXA-SLR Pure (ca. 280 Euro) bieten Einsteigern gute Optionen. Das MCC-2 ist schon für unter 100 Euro erhältlich, braucht keine Stromversorgung und bietet zwei Spuren. Hier kann beispielsweise ein Richtmikrofon und eine Funkstrecke angeschlossen werden. Das DXA-SLR Pure bietet dafür sogar XLR-Eingänge und zusätzlich Kopfhörerausgang und Pegelanzeige. Wer auch Mikrofone mit Phantomspeisung nutzen möchte, muss sich nach professionelleren und kostenintensiveren Varianten wie dem *Beachtek DXA-SLR Ultra (ca. 460 Euro) umsehen.

 

Checkliste: Kauf eines Mischers/Rekorders für die DSLR oder DSLM

  1. Möchte ich synchronen Ton (-> Mischer) oder das Maximum an Tonqualität (-> Audiorekorder)?
  2. Wie viele Ton-Eingänge brauche ich?
  3. Brauche ich XLR-Eingänge? Brauche ich Mini-Klinken-Eingänge?
  4. Verwende ich Mikrofone, die auf Phantomspeisung angewiesen sind?
  5. Wie lang ist die Batterie-/Akku-Laufzeit?
  6. Möchte ich einen Kopfhörerausgang nutzen?
  7. Wie groß und schwer darf das Gerät sein?
  8. Wie möchte ich das Gerät befestigen?
  9. Brauche ich eine Pegelanzeige?
  10. Brauche ich Drehregler?

 

Meine Entscheidung für das Saramonic SR-AX104

Ich habe mich für einen mobilen Mischer entschieden. Den Qualitätsverlust durch die Einspeisung in die Kamera nehme ich bei meiner Arbeit als Videojournalistin in Kauf. Für mich ist der Qualitätsunterschied zum Rekorder auch nur unter sehr strenger Betrachtung merklich. Die Zeitersparnis beide Spuren nicht mehr synchronisieren zu müssen, war für mich entscheidend. Mein Gerät sollte über XLR-Eingänge, einen Kopfhörerausgang und Phantomspeisung verfügen und zudem unterbaufähig sein. Diese Entscheidungsaspekte sprachen für eine teurere Variante der Beachtek-Adapter. Als ich meine Entscheidung traf, kamen gerade Konkurrenzprodukte von Saramonic zu den Beachtek-Produkten auf den Markt – zu einem deutlich (!) günstigeren Preis. Das *Saramonic SR-AX100 (ca. 55 Euro) entspricht dem Beachtek MCC-2 (ca. 110 Euro), das *SR-AX101 (ca. 100 Euro) ist das Pendant zum Beachtek DXA-2T (ca. 215 Euro) und das *SR-AX104 (ca. 155 Euro) sowie das *SR-AX107 (ca. 220 Euro) konkurrieren mit dem Beachtek DXA-SLR Ultra (ca. 460 Euro). Bis heute gibt es noch nicht sehr viele Rezensionen zu den Saramonic-Produkten. Ich bin mit meinem Saramonic SR-AX104 aber sehr zufrieden. Neben meinen Grundbedingungen hat es eine Pegelanzeige zur optischen Kontrolle des Tons und zudem rechts und links zwei HotSho Schienen, an denen ich beispielsweise den Funkstreckenempfänger befestigen kann. Eine Peak-Kontrollleuchte warnt bei Übersteuerung des Tons. Praktisch ist auch das Rad, mit dem man die das Saramonic SR-AX104 ganz einfach mit der Kamera verschrauben kann.

 

 

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