Videokamera vs. DSLR/DSLM zum Filmen

Welche Kamera zum Filmen: Videokamera vs. DSLR/DSLM

By: Christina

Die Videokamera zum Filmen und die Fotokamera zum Fotografieren – das ist schon seit einigen Jahren nicht mehr so. Viele Filmer nutzten die Vorteile einer DSLR oder DSLM gegenüber einem Camcorder. Wann eine DSLR oder DSLM zum Filmen Sinn macht und wo der Camcorder seine Daseinsberechtigung hat – darum geht es in diesem Artikel „Welche Kamera zum Filmen: Videokamera vs. DSLR/DSLM“.

 

Großes Kino mit digitalen Fotokameras

Digitale Fotokameras haben im Vergleich zu konventionellen Videokameras wie zum Beispiel der Sony EX1 einen größeren Sensor. Dieser sorgt neben einer höheren Lichtausbeute für die geringe Schärfentiefe – den sogenannten „Filmlook“. Filmaufnahmen mit der DSLR/DSLM sehen einfach richtig gut aus und wirken deutlich „wertiger“ als Aufnahmen mit einer Videokamera. Dazu kommen die vergleichsweise günstigen Anschaffungskosten einer DSLR bzw. DSLM gegenüber einem professionellen Camcorder, da der Markt für Fotogeräte gegenüber Videoequipment deutlich größer ist. So eröffnen die digitalen Fotosysteme vielen die Möglichkeit für vergleichsweise wenig Geld „großes Kino“ zu machen.

 

Nachteile der DSLR/DSLM beim Filmen

Allerdings wurden digitale Fotokameras nicht vorrangig zum Filmen, sondern zum Fotografieren gebaut. Das Handling zum Filmen ist daher oft umständlich und viele Bedienungsoptionen, die man an professionellen Camcordern hat, fehlen oder müssen nachgerüstet werden. Wer daher mit einer Spiegelreflex oder spiegellosen Kamera vernünftig filmen möchte, braucht eine Menge Zubehör, angefangen von Graufiltern über Displaykontrollmöglichkeiten bis hin zu externen Tonaufnahmegeräten.

Da der Autofokus bei fast allen digitalen Fotosystemen noch nicht schnell oder gar nicht funktioniert, ist man beim Filmen auf das manuelle Fokussieren angewiesen – vor allem bei den DSLR. Und manuelles Fokussieren bei dem geringen Schärfebereich der digitalen Fotokameras ist nicht ganz einfach. Wer vor allem zu Hause die Kinder und Familie filmen möchte und auch keine Fotografieerfahrung mit einer DSLR/DSLM hat, dem würde ich einen kleinen einfachen Camcorder ans Herz legen. Der Autofokus zieht bei Bewegungen automatisch die Schärfe und gegenüber einer DSLR/DSLM ist deutlich weniger Know-how notwendig.

Ein weiterer Nachteil der DSLR gegenüber den klassischen Camcordern ist, dass viele Modelle, auch meine Canon 6D und meine kleine Canon 500D nach zwanzig bis dreißig Minuten heiß werden und dann eine Filmpause brauchen. Bei einem journalistischen Dreh, wo immer was passieren kann und die Kamera einsatzbereit sein sollte, ist das natürlich eine große Schwäche.

Die Farbwiedergabe ist bei einer digitalen Fotokamera weniger neutral gegenüber konventionellen Camcordern. Die Farben sind satter und kräftiger und wirken dadurch weniger journalistisch bzw. dokumentarisch. Das kann für bestimmte Produktionen ein Vorteil sein, für andere ist es ein Nachteil.

 

Überblick Videokamera vs. DSLR/DSLM


Vorteile von DSLR/DSLM gegenüber einem Camcorder
  • tolles Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Schöner „Filmlook“
  • Höhere Lichtausbeute

 

Nachteile von DSLR/DSLM gegenüber einem Camcorder
  • Handling ist nicht aufs Filmen ausgelegt
  • Diverses Zubehör ist notwendig, um mit der DSLR/DSLM professionell Filme machen zu können
  • Manuelles Fokussieren ist vor allem bei den DSLR notwendig
  • Viele DSLR laufen heiß und brauchen regelmäßig Filmpausen

 

 

Fazit: Videokamera vs. DSLR/DSLM

Je nach Produktion und Format arbeiten Cathi und ich mit der DSLR/DSLM oder einem (semi)professionellen Camcorder. Je nach filmischen Schwerpunkt würde ich also zum Einen oder zum Anderen raten. Die Stärken der DLSRs und DLSMs liegen vor allem im Bereich der geplanten Filme wie Musikvideos, Imagefilme oder szenischen Kurzfilme. Hier bieten DSLR und DSLM einen tollen Filmlook für vergleichsweise wenig Geld. Bei Reportagen oder journalistischen Beiträgen, wenn man als Videojournalist schnell agieren muss, macht das aufwendige Fokussieren die Kameraarbeit deutlich schwieriger. Trotz der Nachteile beim Handling und der Notwendigkeit viel Zubehör nachzurüsten, werden auch mehr und mehr journalistische TV-Produktionen zugunsten des schönen „Looks“ mit einer DSLR/DSLM umgesetzt. Das braucht dann einiges an Übung.

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